Institut für Kleinraumforschung
Ein informatives Archivprojekt, das sich mit kleinen Räumen, Abstellbereichen und ihrer praktischen Nutzung im Alltag beschäftigt. Einige Bereiche können ergänzende redaktionelle Inhalte zum Thema best casino Deutschland enthalten. Die auf der Website veröffentlichten Informationen dienen ausschließlich informativen Zwecken und stellen weder ein Glücksspielangebot noch eine Aufforderung zur Teilnahme an Glücksspielen dar.
Institut für Kleinraumforschung
Kleine Räume werden im Alltag häufig übersehen. Abstellkammern, Putznischen, Vorratsräume und andere Nebenbereiche erfüllen jedoch wichtige Funktionen innerhalb einer Wohnung oder eines Hauses. Sie schaffen Platz für Dinge, die regelmäßig benötigt werden, aber nicht ständig sichtbar sein sollen.
Die Kleinraumforschung betrachtet genau diese Bereiche. Im Mittelpunkt stehen ihre Größe, räumliche Aufteilung und praktische Nutzung. Dabei geht es weniger um eine Bewertung von Ordnung oder Unordnung als um die Frage, wie Menschen mit begrenztem Raum umgehen und welche Lösungen sich im Alltag entwickeln.
Vermessung und Dokumentation kleiner Räume
Eine Abstellkammer kann nur wenige Quadratmeter groß sein und trotzdem zahlreiche Funktionen übernehmen. Staubsauger, Eimer, Reinigungsmittel, Werkzeuge oder Haushaltsgegenstände müssen so untergebracht werden, dass der übrige Wohnbereich möglichst frei bleibt.
Besonders interessant sind Räume, deren ursprüngliche Funktion sich verändert hat. Ein kleiner Nebenraum kann im Laufe der Jahre zum Lager, zur Werkzeugkammer oder zu einer Kombination verschiedener Nutzungsarten werden. Auch Nischen und einzelne Schränke können Aufgaben übernehmen, für die ursprünglich ein eigener Raum vorgesehen war.
Für eine Dokumentation können unterschiedliche Merkmale betrachtet werden: Grundfläche und Höhe, vorhandene Regale, Aufbewahrungssysteme, typische Gegenstände sowie die Art, wie der verfügbare Platz genutzt wird.
Fotos ergänzen solche Beobachtungen und halten einen bestimmten Zustand fest. Werden dieselben Bereiche später erneut dokumentiert, können Veränderungen sichtbar werden.
Was Kleinräume über den Alltag erzählen
Große Wohnräume werden häufig bewusst eingerichtet. Wohnzimmer, Küche oder Schlafzimmer sollen funktional sein, gleichzeitig spielt ihre äußere Wirkung eine Rolle. Bei einer Abstellkammer gelten oft andere Prioritäten.
Hier steht meistens die praktische Nutzung im Vordergrund. Ein Staubsauger muss irgendwo stehen, Werkzeuge brauchen einen Platz und Gegenstände, die nur gelegentlich verwendet werden, sollen trotzdem erreichbar bleiben.
Dadurch entstehen sehr individuelle Lösungen. Manche Kleinräume verfügen über sorgfältig geplante Regalsysteme, andere verändern ihre Funktion ständig. Kartons kommen hinzu, Gegenstände werden umgestellt und Dinge verschwinden wieder.
Diese Veränderungen machen kleine Räume zu einem interessanten Bestandteil der Alltagsdokumentation. Sie zeigen nicht den repräsentativen Teil einer Wohnung, sondern einen Bereich, dessen Gestaltung vor allem durch praktische Bedürfnisse bestimmt wird.
Vom Abstellraum bis zur einzelnen Schublade
Kleinraum muss dabei nicht zwangsläufig einen abgeschlossenen Raum bedeuten. Auch eine Nische, ein Einbauschrank oder eine große Schublade kann eine vergleichbare Funktion übernehmen.
Besonders in Wohnungen ohne klassischen Abstellraum entstehen alternative Lösungen. Reinigungsgeräte finden beispielsweise in einer Ecke des Badezimmers Platz, während kleinere Gegenstände in Schubladen oder Schränken gesammelt werden.
Gerade diese improvisierten Lösungen zeigen, wie flexibel Wohnraum genutzt werden kann. Was architektonisch nicht vorgesehen ist, wird im Alltag häufig durch eine praktische Alternative ersetzt.
Kleinraumberichte
Die folgenden Berichte zeigen beispielhaft unterschiedliche Formen der Nutzung. Die ursprünglichen Aufzeichnungen stammen aus verschiedenen Zeiträumen und wurden für die heutige Darstellung zusammengefasst und anonymisiert.
Bericht KB 001 – Putznische im Badezimmer

In einem Badezimmer mit einer Fläche von ungefähr sieben Quadratmetern wurde ein Bereich von rund 80 × 80 Zentimetern für Haushalts- und Reinigungsutensilien genutzt.
Obwohl kein eigener Abstellraum vorhanden war, bot die kleine Nische ausreichend Platz für einen Staubsauger, Staubsaugerbeutel, Handtücher und verschiedene Reinigungsmittel. Regale ermöglichten es, die vorhandene Fläche auch in der Höhe zu nutzen.
Das Beispiel zeigt, wie ein relativ kleiner Teil eines ohnehin genutzten Raumes eine zusätzliche Funktion übernehmen kann. Ein separater Abstellraum ist dafür nicht zwingend erforderlich.
Dokumentation: 2011, Köln
Bericht KB 002 – Vom kleinen WC zum Abstellraum

Dieser Kleinraum befand sich in einem Wohnhaus und umfasste ungefähr einen Quadratmeter Grundfläche bei einer Raumhöhe von etwa 2,60 Metern.
Ursprünglich war der Bereich als kleines WC vorgesehen. Später wurde er überwiegend als Abstellraum genutzt. Untergebracht waren unter anderem ein Staubsauger, Eimer, Reinigungsutensilien und verschiedene Haushaltsgegenstände.
Zum Zeitpunkt der ersten Dokumentation war der Raum noch nicht endgültig organisiert. Zusätzliche Regale sollten später dafür sorgen, den vorhandenen Platz besser auszunutzen.
Das Beispiel ist besonders interessant, weil sich die Funktion des Raumes verändert hat. Eine ursprünglich geplante Nutzung verlor an Bedeutung, während gleichzeitig Bedarf an zusätzlichem Stauraum entstand.
Dokumentation: 2011, Köln
Bericht KB 003 – Eine einfache Besenkammer

Nicht jeder Kleinraum benötigt eine umfangreiche Beschreibung. Bei diesem Beispiel handelte es sich um eine schlicht eingerichtete Besenkammer in einem Einpersonenhaushalt.
Die Dokumentation zeigt gerade durch ihre Einfachheit eine weitere Variante des Themas. Kleine Nebenräume müssen weder vollständig gefüllt noch besonders organisiert sein, um eine praktische Aufgabe innerhalb einer Wohnung zu erfüllen.
Auch sparsam genutzte Bereiche gehören deshalb zu einer umfassenden Betrachtung unterschiedlicher Kleinräume.
Dokumentation: 2011, Berlin
Bericht KB 004 – Die Schublade als spontaner Stauraum

Nicht immer steht für kurzfristig abzulegende Gegenstände ein eigener Raum zur Verfügung. In diesem Beispiel übernahm eine große Küchenschublade diese Aufgabe.
Dort wurden unterschiedliche kleinere Haushalts- und Alltagsgegenstände aufbewahrt, für die im jeweiligen Moment kein anderer fester Platz vorhanden war. Die Schublade funktionierte damit als unkomplizierter Zwischenspeicher und half dabei, offen sichtbare Flächen schnell freizuhalten.
Dieses Beispiel erweitert den Begriff des Kleinraums. Entscheidend ist weniger, ob vier Wände und eine Tür vorhanden sind. Interessanter ist die Funktion: Ein begrenzter Bereich übernimmt die Aufgabe, verschiedene Gegenstände aufzunehmen und den übrigen Wohnraum zu entlasten.
Dokumentation: 2012
Bericht KB 005 – Ein Kleinraum verändert sich

Besonders aufschlussreich kann es sein, denselben Raum nach einiger Zeit erneut zu betrachten.
Der bereits zuvor dokumentierte Abstellbereich hatte sich bei einer späteren Aufnahme deutlich verändert. Aus dem zunächst eher spontan genutzten Raum war eine stärker organisierte Werkzeug- und Abstellkammer geworden.
Regale und zusätzliche Aufbewahrungsmöglichkeiten halfen dabei, Gegenstände besser zu sortieren. Auf den ersten Blick wirkte der Raum weiterhin gut gefüllt, tatsächlich hatte sich seine innere Struktur jedoch deutlich weiterentwickelt.
Der Vergleich zeigt, dass Kleinräume keine statischen Bereiche sind. Ihre Nutzung passt sich an die Bedürfnisse der Bewohner an und kann sich innerhalb relativ kurzer Zeit verändern.
Dokumentation: 2012, Köln
Ordnung ist nicht gleich Ordnung
Bei der Betrachtung solcher Räume sollte zwischen sichtbarer Ordnung und praktischer Organisation unterschieden werden. Ein vollständig gefülltes Regal kann auf den ersten Blick unübersichtlich wirken und trotzdem hervorragend funktionieren, wenn alle benötigten Gegenstände schnell erreichbar sind.
Umgekehrt bedeutet eine fast leere Kammer nicht automatisch, dass der vorhandene Platz besonders effizient genutzt wird.
Deshalb bietet es sich an, Kleinräume nicht nach ästhetischen Maßstäben zu beurteilen. Viel interessanter sind ihre Funktion und die individuellen Lösungen, die sich im Laufe der Nutzung entwickelt haben.
Kleine Räume im Wandel
Wohngewohnheiten verändern sich, und mit ihnen verändert sich der Bedarf an Stauraum. Neue Geräte kommen hinzu, andere verschwinden. Haushalte werden größer oder kleiner und Räume erhalten neue Funktionen.
Eine langfristige Dokumentation kann solche Veränderungen sichtbar machen. Besonders interessant sind wiederholte Aufnahmen desselben Ortes. Sie zeigen unmittelbar, welche Aufbewahrungslösungen geblieben sind und welche angepasst wurden.
Damit wird selbst eine unscheinbare Abstellkammer zu einem kleinen Zeugnis des Alltags. Sie zeigt, wie vorhandener Raum tatsächlich genutzt wird – nicht unbedingt so, wie er ursprünglich geplant wurde, sondern so, wie es für die Menschen im täglichen Leben funktioniert.